Chemnitzer Filmfestival lockte etwa 9.000 Besucher ins Festivalkino. Die Preise für internationale Produktionen gehen in die Niederlande, nach Frankreich, Indien und Kanada. Mit der feierlichen Preisverleihung am 15. Oktober erlebte das 16. Internationale Filmfestival für Kinder und junges Publikum SCHLINGEL seinen Höhepunkt.
Neun Jurys hatten eine Woche lang die Qual der Wahl, ihre Favoriten zu bestimmen. Zu sehen waren 146 Produktionen aus 38 Ländern. Insgesamt wurden Preise im Wert von rund 25.000 Euro vergeben.
Kinderfilmwettbewerb
Die 16-köpfige Europäische Kinderjury aus acht europäischen Staaten verleiht den Europäischen Kinderfilmpreis vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst für den besten Kinderfilm an: „Trommelbauch”, Niederlande 2010, Regie: Arne Toonen.
Begründung: Den ersten Preis bekommt von uns ein Film, der von der ersten bis zur letzten Minute lustig und unterhaltsam war. Er hat uns aber auch gezeigt, dass es nicht nur darauf ankommt, wie man aussieht. Sondern dass man, so wie man ist, ein glücklicher Mensch sein kann. Im Film wurde sehr glaubwürdig gespielt und die Schauspieler haben sich gut in ihre Rollen hineinversetzt. Auch lernten wir dabei, wie wichtig es ist, wahre Freunde zu haben. Es ist ein Film, der die ganze Familie unterhält.
Die dreiköpfige Internationale Fachjury (Dr. Mathias Günther von der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM), Filmwissenschaftlerin Markéta Pášmová aus dem tschechischen Zlín, sowie Schauspielerin Sabine Vitua) verleiht den Hauptpreis der Stadt Chemnitz für den besten Kinderfilm ebenfalls an „Trommelbauch“.
Begründung: Der Filminhalt ist die ideale Ausgangssituation für einen witzigen Film, in dem man viel lachen kann. Er enthält viele schöne, witzige Ideen, die nie in den Klamauk abdriften, sondern leicht und locker daherkommen. Dem Witz geht bis zum Filmende nicht die Puste aus. Unbedingt erwähnenswert sind die Schauspieler, die mit großer Spielfreude liebenswerte Figuren gestalten, auch diejenigen aus Dünnhafen.
Juniorfilmwettbewerb
Die Internationale Fachjury verleiht ebenfalls den Hauptpreis der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien SLM für den besten Juniorfilm an: „Frisson hinter den Bergen“, Kanada 2011, Regie: Richard Roy. Lobende Erwähnungen gehen an die beiden Produktionen „Nicostratos, der Pelikan“ von Olivier Horlait, Frankreich 2010 und „Nie mehr Puppe sein“ von Georgi Negaschew, Russland 2010.
Die siebenköpfige Juniorjury verleiht den Juniorfilmpreis für den besten Juniorfilm an: „Nicostratos, der Pelikan”.
Begründung: Unsere Entscheidung für den bestplatzierten Juniorfilm begründen wir mit den hervorragenden schauspielerischen Leistungen, der atemberaubenden Kulisse und dem überzeugenden Inhalt des Filmes. Auch die Arbeit mit der außergewöhnlichen Tierart hat uns wirklich begeistert.
Jugendfilmwettbewerb
Die fünfköpfige Jugendjury verleiht den Cinestar-Jugendfilmpreis für den besten Jugendfilm an: „Ich hab Euch ganz sehr lieb", Frankreich 2010, Regie: Philippe Locquet.
Begründung: Dieser Film überzeugte durch tolle schauspielerische Leistungen der Darsteller sowie durch Humor.
Blickpunkt Deutschland
Der Förderpreis der DEFA-Stiftung geht an „Monika“, Deutschland 2011, Regie: Christian Werner.
Begründung: Klare Kamerabilder wechseln sich mit unscharfen, dunklen Bildern ab. Es ist Monikas Blick, den der Zuschauer zeitweise verfolgt, um eindrucksvoll ein Gefühl der Blindheit zu erleben. Sensibel und sachlich zeichnet Christian Werner in seinem ersten Lang-Spielfilm den langsamen Weg, mit einer plötzlichen Erblindung umzugehen. Gleichzeitig beschreibt dieser Weg die Loslösung einer jungen Frau in die Unabhängigkeit.
Kurz- und Animationsfilmwettbewerb
Die dreiköpfige Kurzfilmjury verleiht den Internationalen Kurzfilmpreis an „Der Eisangler“, Deutschland 2010, Regie: Anna Montanyà
Begründung: Die Regisseurin Anna Montanyà hat das Märchen „Der Fischer und seine Frau“ gut in die Filmhandlung eingebaut. Diese Idee fanden wir besonders beeindruckend. Auch die schauspielerische Leistung des Jungen hat uns sehr gut gefallen.
Die dreiköpfige Jury Nationaler Kurzfilmpreis verleiht den Nationalen Kurzfilmpreis an: „Der präzise Peter“, Deutschland 2010, Regie: Martin Schmidt.
Begründung: Präzision ist das Motto in dieser absurden Familie, dirigiert von Vater Peter und immer wieder aus dem Takt gebracht von Sohnemann, dem Jüngsten. Der Film besticht durch bildgestalterische und tonale Originalität. In knappen sechs Minuten, metronomisch rhytmisiert, werden schablonenhafte Figuren zu durchschaubaren Charakteren entfaltet, wird Hochspannung an einen komprimierten Handlungsstrang gelegt, Komik ohne Häme erzeugt und ein Schuss Nachdenklichkeit mit auf den Weg gegeben.
Die siebenköpfige Animationsfilmjury vergibt den wettbewerbsübergreifenden Animationsfilmpreis für den besten Animationsfilm an: „Der siebente Rabe“, Deutschland 2011, Regie: Jörg Herrmann.
Begründung: Dieser Film war sehr aufwendig und hat viel Zeit gekostet. Die Geschichte erzählt von früherer Zeit. Besonders gefallen hat uns die Liebe der Mutter. Wir fanden den Film spannend und die Musik passt gut dazu.
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